Jahresbilanz 2010 - Das 30.000ste Verfahren ist erreicht.

Berlin, 18. Februar 2011 | Gleichzeitig mit dem Vorlegen der Bilanz für das Jahr 2010 begeht die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) ein besonderes Jubiläum. "Ich freue mich, dass wir als die weltweit älteste Selbstkontrolle für Computerspiele im 17. Jahr unseres Bestehens gerade das 30.000ste Prüfverfahren feiern konnten. Jede einzelne Prüfung ist dabei ein wichtiger Baustein im System des Kinder- und Jugendschutzes in Deutschland", so Geschäftsführer Felix Falk.

Allerdings sei problematisch, dass aufgrund der gescheiterten Novelle des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags Online-Spielen weiterhin die freiwillige Kennzeichnungsmöglichkeit versperrt bleibt. "Obwohl Hersteller seit Jahren USK-Kennzeichen für Online-Spiele fordern und trotz unserer Warnungen, dass fehlende Alterskennzeichen in diesem Bereich ein Weniger an Jugendschutz bedeuten, hinkt die Gesetzgebung den Entwicklungen hinterher", beklagt Falk.

Der starke Anstieg von Online-Veröffentlichungen spiegelt sich dementsprechend nicht in der Statistik für das Jahr 2010 wider. Stattdessen ist mit 2.844 Prüfungen ein leichter Rückgang der Prüfungen zu verzeichnen, dessen Ursache zum großen Teil darin liegt, dass sich das starke Wachstum des Vorjahres bei den Plattformen DS und Wii nicht fortsetzen konnte. Deutlich wird das insbesondere in der um sechs Punkte auf 46,5 Prozent zurückgegangenen Kategorie "USK ab 0". Gleichzeitig erhöhte sich jedoch der Anteil ab 6 und ab 12, so dass die Kategorien ab 0, ab 6 und ab 12 zusammen weiterhin einen Anteil von mehr als 80 Prozent aller Prüfverfahren ausmachen.

Verteilung der Freigaben im Vergleich

2010 endeten 7 Prozent der Verfahren mit keiner Freigabe für Kinder und Jugendliche (ab 18 oder kein Kennzeichen). Die im Vergleich zu den letzten Jahren gestiegene Zahl lässt sich auf zahlreiche Plattformumsetzungen, Special Editions/Limited Editions sowie Berufungen des gleichen Spiels zurückführen. Im Kern handelt es sich bei den 202 Verfahren mit rund 90 Titeln um ähnlich viele Spielangebote wie im Vorjahr.

Die leichte Verschiebung von Verfahren, bei denen kein Kennzeichen erteilt werden konnte, hin zu mehr Freigaben "ab 18" liegt unter anderem an der weiterhin engen Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM). Bei allen Zweifelsfallverfahren in 2010 konnte letztendlich eine Alterskennzeichnung erteilt werden, da aus Sicht der BPjM in keinem der Fälle Indizierungsgründe als erfüllt anzusehen waren.

Verteilung der Genres im Vergleich

Im Vergleich zum Vorjahr gab es wenige Veränderungen bei den Spielegenres. Ein Viertel aller beantragten Produkte betrafen wieder Spielangebote in der Tradition der Automatenspiele (Arcade). Darunter fallen auch die Geschicklichkeitsspiele, die immer noch einen hohen Anteil haben, obwohl sie in ihrer Anzahl gesunken sind, was insbesondere Musik- und Tanzspiele betrifft. Gesunken ist die Anzahl zur Prüfung beantragter LifeStyle-Programme und Gesellschaftsspiele. Relevant gestiegen ist dagegen der Anteil von Denkspielen.

Weiterhin sind die stationären und tragbaren Konsolen die vorherrschenden Spielplattformen, ein Trend, der sich 2011 mit den neuen mobilen Konsolen fortsetzen wird.

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