Wie Alterskennzeichen bei der USK entstehen

Die weltweit verbindlichsten Regeln

Deutschland hat weltweit die verbindlichsten gesetzlichen Regeln für die Prüfung und beim Verkauf von Computerspielen. Die Alterskennzeichnung von Computerspielen nach dem Jugendschutzgesetz (JuSchG) ist eine Aufgabe der Jugendministerien der Länder. Mit der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) stellt die Computerspielewirtschaft diese international anerkannte Testeinrichtung für das Verfahren zur Verfügung. Damit trägt die Branche zwar die Kosten der USK, jedoch nicht die Verantwortung für die Alterskennzeichnungen. Seit 1994 wurden rund 40.000 Verfahren bei der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) durchgeführt.

Die USK

Die USK verfügt über langjährige Erfahrung und Kompetenz beim Prüfen von Spielen. Sie organisiert den Prüfprozess, an dessen Ende die staatlichen Altersfreigaben erteilt werden. Seit 2011 ist die USK zusätzlich nach dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) anerkannt und arbeitet mit zahlreichen angeschlossenen Mitgliedern besonders intensiv an der Entwicklung von individuellen Jugendschutzlösungen im Online-Bereich. Zudem ist die USK Gründungsmitglied der International Age Rating Coalition (IARC), die ein globales System bereitstellt, mit dem Alterskennzeichen für Online-Spiele und Apps vergeben werden. Weitere Informationen zu IARC finden Sie hier. Die USK berät Anbieter von Spielen wie auch Veranstalter. Darüber hinaus informiert sie die Öffentlichkeit über den in Deutschland geltenden Jugendschutz bei Computerspielen und die Prüfverfahren. Bei der USK werden die Neuerscheinungen im Rahmen eines der mit über 20.000 Titeln größten Archive für Computer- und Videospiele weltweit dokumentiert.

Die Verfahrensgrundsätze

Über die Grundsätze und Leitkriterien bei der Prüfung von Computerspielen nach dem JuSchG entscheidet ein Beirat, der sich aus 14 Vertretern gesellschaftlich bedeutsamer Gruppen zusammensetzt. Darunter sind die Kultusministerkonferenz, die Kirchen, die Jugendverbände, die Forschung, der Bund und die Jugendminister der Länder. Die Branche selbst hat zwei Stimmen im Beirat. Alle Entscheidungen werden mit den Jugendministerien der Länder abgestimmt.

Die Sichter der USK

Die Sichter der USK

Bei ca. 2.000 Verfahren im Jahr braucht eine Spieleprüfung eine präzise Vorarbeit, damit die Prüfgremien später überhaupt eine Alterseinstufung vornehmen können. Die Präsentation eines Spiels erlernt man bei der USK. Sie erfordert spezielles Handwerk, genaue Kenntnis der weltweiten Spielekultur, der Entwicklung digitaler Technik, der Spieleproduktion und des Jugendschutzes. Deshalb gehören die Sichter der USK zu den bestqualifizierten Experten dieses Bereichs in Deutschland. Ähnlich wie Sachverständige vor einem Gericht stehen sie dem Gremium so lange zur Verfügung, bis dessen Mitglieder ihre begründete Entscheidung fällen können. Die Sichter werden im Rahmen einer Probezeit für diese anspruchsvolle Tätigkeit von der USK qualifiziert und vom Beirat berufen.

Die Vorbereitung einer Prüfung

In den Räumen der USK steht alles für die Prüfung eines neuen Computerspiels bereit. Alle Titel werden von der USK zunächst auf technische Lauffähigkeit sowie Vollständigkeit des Prüfauftrages und aller Unterlagen überprüft. Die Sichter der USK erhalten alle komplexen Titel bereits Tage vor der eigentlichen Prüfung. Sie spielen die Titel komplett durch, speichern Spielstände und bereiten eine Gesamtpräsentation des Spiels gemäß den Richtlinien der USK vor. Die Spielesichter verfügen über alle notwendigen Zusatzinformationen des Anbieters. Bei der vollständigen Sichtung des Titels müssen sie sich auch alle für den Jugendschutz relevanten Details erschließen. Sie verfassen im Vorfeld einen neutralen schriftlichen Bericht. Diese umfassende Vorbereitung ist notwendig, um den Spielen technisch und inhaltlich gerecht zu werden. Nun übergibt die USK den Prüfauftrag an das Prüfgremium, in dem der Sichter das Spiel präsentiert. Weder die USK noch die Sichter geben eine Altersbewertung ab.

Die Jugendschutzsachverständigen sind unabhängig

Ein Prüfgremium besteht aus vier Jugendschutzsachverständigen und einem Ständigen Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden (OLJB). Insgesamt sind es über 50 Jugendschutzsachverständige, die vom Beirat der USK ernannt wurden. Sie haben beispielsweise als Pädagogen, Journalisten, Sozialwissenschaftler oder Mitarbeiter in Jugendämtern Erfahrung in der Kinder- und Jugendarbeit, sind am interaktiven Medium interessiert und weder in der Hard- noch der Softwareindustrie beschäftigt. Sie verbindet das Interesse am Computerspiel und am Jugendschutz. Die Industrie stellt keine eigenen Jugendschutzsachverständigen.

Bei der USK wird gespielt

Bei der USK wird gespielt

Oberster Grundsatz aller Prüfverfahren ist: Bei der USK wird gespielt – jeder Titel. Dieses Verfahren ist weltweit einmalig. Im Prüfgremium hat jederzeit jedes Gremienmitglied die Möglichkeit selbst in ein Spiel einzusteigen. Aufgrund der Präsentation des Sichters erschließen sich die Jugendschutzsachverständigen das Spiel, diskutieren und bewerten es nach den Kriterien der USK im Hinblick auf den Jugendschutz. Die Kriterien der Bewertung von Computerspielen sind unter allen Bundesländern abgestimmt und werden ständig in Kooperation von USK und den OLJB sowie vom Beirat der USK überprüft und weiterentwickelt. Die Gutachtenden beziehen Handbücher und Zusatzmaterialien in die Diskussion ein. Am Ende müssen sie das Spiel in eine der fünf Altersgruppen des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) einstufen und die Entscheidung in einem Gutachten begründen. Wenn vermutet wird, dass ein Spiel die Indizierungskriterien der BPjM erfüllt, wird das Alterskennzeichen verweigert.

Der staatliche Vertreter erteilt die Kennzeichen

Das für die Alterseinstufung von Computerspielen federführende Bundesland, Nordrhein-Westfalen, hat zwei ständige Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden benannt, von denen die im Begutachtungsverfahren jeder Prüfung jeweils einer bzw. eine mitwirken. Am Ende empfehlen die Jugendschutzsachverständigen eine Altersfreigabe, die dieser staatliche Vertreter übernimmt oder gegen die er ein Veto einlegt. Die USK nimmt das Prüfergebnis entgegen und teilt es dem Antragsteller mit. Wenn dieser nicht seinerseits in Berufung geht und so eine erneute Prüfung auslöst, erhält das Spiel das Alterskennzeichen durch den Ständigen Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden bei der USK.

Eine Entscheidung mit starken Rechtsfolgen

Das Ergebnis der Prüfung ist eine Altersfreigabe, die rechtlich einen hoheitlichen Verwaltungsakt mit Rechtsfolgen (gemäß §14 JuSchG) darstellt. Dazu zählt zum Beispiel die Abgaberegelung für den Handel. Jedes Spiel darf nur gemäß der Altersfreigabe in der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Sanktionen gegenüber Händlern, die gegen diese Regelungen verstoßen, sind weltweit einmalig. Ihnen drohen Bußgelder bis zu 50.000 Euro.

Eltern entscheiden zu Hause

Eltern entscheiden zu Hause

Während der Verkauf von Computerspielen an Kinder und Jugendliche staatlichen Beschränkungen unterliegt, müssen letztlich die Eltern zu Hause entscheiden, was ihre Kinder spielen dürfen. Die Alterskennzeichen, die im Prüfverfahren der USK vergeben werden, sind ein wertvolles Hilfsmittel für diese Entscheidung. Sie geben jedoch keine Auskunft darüber, ob das Spiel für Kinder schon beherrschbar oder verständlich ist. Stattdessen garantieren die Alterskennzeichen, dass das Spiel aus Sicht des Jugendschutzes unbedenklich ist.

In der Titeldatenbank sind die notwendigen Informationen zu allen geprüften USK-Titeln abrufbar.

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